Unser Jahresrückblick 2018

Es ist wieder mal soweit – Zeit für einen Blick zurück auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres in unserer Kompanie. Sie als Leser werden sich zu Recht fragen: ein Jahresrückblick mitten im Sommer? Nun, die Erstellung einer so umfangreichen Festzeitschrift wie sie vom Löricker Regiment seit Jahren produziert wird, bedarf einfach einer sehr langen Vorbereitungszeit. Dies gilt natürlich insbesondere in diesem Jahr, in dem die Löricker Bruderschaft bekanntlich ihr großes 150-jähriges Jubiläum feiert. Daher kommt es also, dass zum Zeitpunkt, da dieser Bericht verfasst wurde, das neue Jahr gerade mal einen knappen Monat alt ist. Das wiederum hat aber auch den Vorteil, dass die Erlebnisse aus dem abgelaufenen Schützenjahr noch recht frisch im Gedächtnis sind und somit ohne großes Grübeln abgerufen werden können. Los geht’s.

Was wäre ein Jahresauftakt bei den Schützenfreunden ohne unseren lieb gewonnenen Neujahrs-Frühschoppen. Zu diesem Anlass trafen wir uns im Januar, wie bereits in den vergangenen Jahren, im „Goldenen Kessel“ in der Altstadt. Bei Schnittchen und einem leckeren Glas Alt konnten wir in gemütlicher Brauhaus-Atmosphäre die Aktivitäten der kommenden 12 Monate diskutieren. Denn das Jahr sollte wieder mal ein besonderes für unsere Gesellschaft werden. Zum wiederholten Male waren wir Königskompanie des Löricker Regimentes, und so kamen auf uns Herausforderungen zu, die in einem normalen Jahr eben nicht anliegen. Völlig klar, dass wir unserem amtierenden Regimentskönig und Kompaniekameraden Michael Wagner (den meisten besser bekannt als „Wagi“) dabei unterstützen wollten, ein tolles Königsjahr und insbesondere ein unvergessliches Schützenfest zu feiern. Dafür hatten wir selbstverständlich schon viele Ideen, wobei wir unseren lieben Michael aber natürlich nicht in alles einweihen konnten oder besser gesagt auch nicht wollten. Fest stand nur: das Jahr würde irgendwie unter dem besonderen Einfluss des „Reiches der Mitte“ stehen, zu dem der Kamerad aus beruflichen Gründen eine besondere Affinität hat. Doch dazu später mehr.

 

Die folgenden Wochen und Monate blieben zunächst ohne große Höhepunkte, so dass sie an dieser Stelle keine Erwähnung finden müssen. Richtig spannend wurde es für uns erst wieder im Juni. In diesem Monat ermitteln wir nämlich in guter Tradition den neuen Kompaniekönig unserer Truppe. Das Schießen fand erneut auf der Anlage in Düsseldorf-Eller statt, wo wir uns nun bereits seit einigen Jahren pudelwohl fühlen. Auch in diesem Jahr meinte es der Wettergott wieder gut mit uns. Vielleicht sogar etwas zu gut, bei den dauerhaften Höchsttemperaturen des vergangenen Sommers. Jedoch wussten wir ja, wie wir uns von Innen etwas Abkühlung verschaffen konnten, und so machte uns die Hitze auch nicht wirklich zu schaffen. Der Nachmittag lief wie am Schnürchen. Als alle Pfänder der Preis- und Gästevögel abgeschossen und die glücklichen Gewinner der damit verbundenen Sachpreise bzw. Orden ermittelt waren, ging es um die Wurst. Kandidaten für den Königsschuss waren auf dem Papier genug vorhanden. Doch wer hatte die Traute wirklich auf die Königsplatte zu halten, in der Absicht, diese auch runter zu holen? Das Rennen war völlig offen bis plötzlich, zur Überraschung aller und sicher nicht zuletzt zu seiner eigenen, unser Kamerad Bernhard Nitsche die Platte voll erwischte und diese zu Boden segeln ließ. Der Jubel war groß, und nachdem der erste Schreck bei seiner inzwischen eingetroffenen besseren Hälfte Sylvia überwunden war, freuten sich beide sichtlich auf ihr bevorstehendes Königsjahr als Repräsentanten der Löricker Schützenfreunde.

Nach so viel Aufregung knurrten natürlich irgendwann unsere Mägen. Doch auch hierfür gab es Abhilfe. Im nahegelegenen Restaurant „Zur gemütlichen Ecke“ gab es etwas für jeden Hunger, und wer noch Durst hatte, konnte ebenfalls zufrieden gestellt werden. Das Kompanieschießen war erneut ein voller Erfolg, und alle konnten zu fortgeschrittener Stunde bestens gelaunt den Heimweg antreten.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Bereits am darauf folgenden Wochenende stand das Löricker “Dorffest“ an. Hierbei hatte uns das Orga-Team wieder einmal die Bewirtschaftung des Getränke-Pavillons anvertraut. Eine Aufgabe die wir mit gewohntem Eifer und erneut zur allgemeinen Zufriedenheit bewerkstelligen konnten.

Langsam rückte das unbestrittene Highlight jedes Schützenjahres, unser Löricker Schützenfest, immer näher. Doch bevor es soweit war, gab es noch eine echte Premiere zu feiern:
dass sich die beiden Kompanien der „St. Hubertus Scheibenschützen“ und der „Löricker Schützenfreunde“ gut verstehen, ist ja ein offenes Geheimnis, und die vielen kleinen aber immer spaßig gemeinten Neckereien untereinander aus den vergangenen Jahren unterstreichen diese Tatsache nur noch. Daraus entstand in 2018 die spontane Idee zu einem 1. gemeinsamen Treffen beider Kompanien. Als Termin wurde das Wochenende vor dem Schützenfest festgelegt. So trafen wir uns an einem lauen Sommerabend im Löricker Kleingarten des Kameraden Michael Thorens (besser bekannt als „Bratfisch“), der seinen Garten netter Weise für diesen Event zur Verfügung gestellt hatte. Für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt, und so wurde es ein sehr entspannter und gemütlicher, aber auch ein sehr lustiger und kurzweiliger Abend mit einer ausgelassenen Stimmung. Der Begriff „Scheibenfreunde“ wurde an dem Abend zum geflügelten Wort und wird in Zukunft sicher auch bei anderen Gelegenheiten noch des Öfteren zu hören sein. Alle waren sich hinterher jedenfalls einig, dass diese Aktion im nächsten Jahr unbedingt wiederholt werden sollte.

Parallel wagte sich eine ausgewählte Truppe von erfahrenen Männern aus unseren Reihen mit viel handwerklichem Geschick (Wagi zählt leider nicht dazu) bereits seit einiger Zeit ans nächste Großprojekt: den Bau der „Chinesischen Mauer“ . . .

Ja, Sie haben richtig gelesen! Denn nichts anderes hatte sich unser bescheidener Regimentskönig, der liebe „China-Wagi“, als Kulisse für seine Königsresidenz gewünscht. Aber es sollte nicht nur eine schnöde Mauer erbaut werden – nein! Die Mauer sollten zusätzlich auch noch mindestens zwei Terracotta-Soldaten bewachen und ein feuerspeiender Drache durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Schließlich über allem thronend – der König selbst in Form eines übergroßen Konterfeis an der Hauswand, wie er triumphierend dem Volk dort unten auf der Straße zuwinkt. Wer das hier liest, könnte sich fragen, ob bei dem Kerl jetzt vielleicht der Größenwahn ausgebrochen sei oder vielleicht sogar Schlimmeres. Aber wer unseren Wagi kennt, der weiß, dass er das ganze natürlich bewusst mit einer großen Portion Selbstironie und Augenzwinkern inszeniert und sich einfach einen Heidenspaß aus der Sache gemacht hat. Doch so ein Projekt will gut geplant sein und bedarf eines fähigen Baumeisters, der dieser Mammut-Aufgabe gewachsen ist. Diesen Baumeister fand er in unserem Kameraden Olaf Manert, der mit seiner ganzen beruflichen Erfahrung die Planung und Bauleitung der Residenz übernahm. Aus dem Nichts wurden so in Rekordzeit Gerüste aufgebaut, Holzwände bemalt und angebracht, Fotoplakate gedruckt, ein Drache durch die Hand eines Graffity-Künstlers erschaffen und dieser zu guter Letzt auch noch mit Rauch aus einer Nebelmaschine zum Leben erweckt. Jeder, der es gesehen hat, kann es bestätigen: etwas Vergleichbares hat es in Lörick bis dato wohl noch nicht gegeben. Einfach sagenhaft!

Nun konnten Sie endlich beginnen: die „Wagner-Festspiele“ von Lörick!

Nicht ganz zufällig hatte sich der Kamerad ausgerechnet das Jahr 2018 als sein Königsjahr ausgesucht – das Jahr in dem er seinen 60. Geburtstag begehen würde. Zufall ist hingegen, dass sein Wiegenfest auch noch stets auf die Zeit kurz vor dem Löricker Schützenfest fällt. Was lag da also näher, als das Nützliche mit dem Praktischen zu verbinden und kurzerhand seinen Geburtstag im bereits aufgebauten Kirmeszelt zu feiern. Gesagt – getan. So feierten wir also bereits 3 Tage vor Beginn der Kirmes seinen runden Geburtstag auf dem Festplatz, zu dem er neben zahlreichen weiteren Gästen auch seine gesamte Kompanie eingeladen hatte. Zum Dank für die Einladung überreichte ihm unser Hauptmann Christoph dann u. a. eine Kuscheldecke, gespickt mit unzähligen Fotos aus Michael‘s bewegtem Schützenleben. Auf diese Weise konnte er von nun an seine Kameraden auch an kalten Wintertagen immer ganz nah bei sich haben.

Den Auftakt zum kurz darauf beginnenden Schützenfest stellte wie immer das Schmücken der Kompanieresidenzen sowie Aufhängen der Fähnchen über „unseren“ Straßen dar. Am Abend folgte dann das erste große Ereignis der kommenden Tage. Die Krönung unseres neuen Kompaniekönigs, den wir seit vielen Jahren immer an diesem Kirmesauftakt in Amt und Würden einführen. Diesmal hatte unser König Bernhard dazu ins Clubhaus der Tennisgemeinschaft Lörick (kurz TGL) geladen. In gemütlicher und ungezwungener Atmosphäre bekam er und seine Königin Sylvia von unserem Hauptmann Christoph Nitsche die äußeren Zeichen ihrer Regentschaft verliehen. Ihre beiden Töchter Joline und Alina durften dabei selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen und freuten sich mit Ihren Eltern schon auf eine aufregende Zeit. Gleichzeitig mussten wir aber auch Abschied nehmen von unserem scheidenden Kompaniekönigspaar Lars Rohwerder mit seiner Frau Sarah, selbstverständlich nicht ohne uns bei Ihnen für ihr gelungenes Regierungsjahr zu bedanken, in dem sie unsere Kompanie immer mehr als würdig vertreten hatten. Bei immer noch schönstem Wetter ließen wir den Abend dann auf der schönen Terrasse des TGL ausklingen.

Den gesamten weiteren Ablauf der nächsten Tage im Einzelnen zu schildern, würde den Rahmen dieses Berichtes deutlich sprengen. Daher möchte ich nur auf einige wenige Highlights eingehen, die uns vom Schützenfest 2018 definitiv in Erinnerung bleiben werden. So zum Beispiel die Parade auf dem Dorfplatz am Kirmes-Samstag. Wie anfangs ja bereits erwähnt, wollten wir unseren China-König Wagi ja mit der einen oder anderen Aktion überraschen. Wir entschlossen uns daher für die Parade im Dorf unsere Schützenhüte kurzerhand durch eine für diesen König angemessene Kopfbedeckung zu ersetzen. Und so marschierten wir mit Chinamütze und passendem Schnurrbart ausgestattet am gesamten Hofstaat vorbei, sehr zur Freude des Regimentskönigs und der anwesenden Zuschauer. Der Applaus gab uns Recht, dass das Löricker Publikum diesen kleinen Spaß zu Ehren des Königs verstanden hatte.

 

 

Am Sonntag, mit dem großen Festumzug durch Lörick, ging es dann wieder seriöser zu. Die Sonne brannte zwar unerbittlich vom Himmel, doch das tat der Sache keinen Abbruch. Es war in der Tat ein Festumzug wie er im Buche steht und der Höhepunkt für uns als Königskompanie. Insbesondere natürlich für unseren Regimentskönig Michael Wagner, aber auch für den Pagenkönig Johannes Kredel mit seiner Königin Sophia Moll. Letztere stammen übrigens beide ebenfalls aus den Reihen der Schützenfreunde. Am Abend hieß es für die Majestäten dann jedoch leider Abschied nehmen. Noch bevor aber die Gratulanten Aufstellung nahmen, gab es von uns erst noch eine weitere Überraschung. Da der große König sein Königsjahr bekannter Maßen ohne Königin durchgezogen hatte, bekam er von uns nun seine „Queen“. Doch nicht in Form einer hübschen junge Dame, sondern vielmehr in Persona von Freddie Mercury, dem Leadsänger der gleichnamigen Band (auf jeden Fall sah er ihm täuschend ähnlich). Für eine gute dreiviertel Stunde heizte dieser mit einem Medley aus zahlreichen Klassikern der Band, dessen größter Fan unser Wagi nämlich ist, dem Zelt aber mal so richtig ein. Ein perfekter Abschluss eines tollen Jahres als Regimentskönig in Lörick und ein Abend, den er sicher nie vergessen wird.

 

Der Montag, der ja ganz im Zeichen des Schießens zur Ermittlung der neuen Majestäten steht, hielt dann noch eine kleine Überraschung für uns bereit. Valentina Kredel, die kleine Schwester unseres gerade abgedankten Pagenkönigs Johannes, wurde vom neu gekürten Pagenkönig Alexej Neumann zur Begleiterin erkoren. Somit sitzt im nächsten Jahr auf jeden Fall mindestens ein Schützenfreund oder besser gesagt eine Schützenfreundin mit auf dem Thron.

 

Zum Ausklang des Festes trafen wir uns auf Einladung unserer beiden jüngsten Neuzugänge Michael Kemperdick und Klaus Deussen am Dienstagabend zum Grillen. Ein schöner und gemütlicher Abend, bei dem noch mal alle Anekdötchen der vergangenen Tage ausgetauscht werden konnten. Jetzt hatten sich alle aber erst mal eine lange Pause von den ganzen Strapazen und dem Schützenwesen an sich verdient.

Zur Jahresabschlussfeier kamen wir dann aller wieder zusammen. Im Clubhaus des Golfclubs Meerbusch, in dem wir auch schon im vergangenen Jahr zu Gast waren, ließen wir ganz entspannt das abgelaufene Jahr noch mal Revue passieren. Dabei half uns eine kleine Diashow mit den schönsten Bildern dieses außerordentlichen Schützenjahres 2018.

Damit komme ich nun auch zum Schluss meines Jahresrückblickes. In 2019 werden hoffentlich wieder viele lustige und aufregende Ereignisse auf uns warten. So ist für dieses Jahr unter anderem auch wieder eine Kompanietour geplant, von der es sicher ebenfalls einiges zu berichten geben wird.

Somit wünsche ich allen Schützenbrüdern und Schützenschwestern sowie allen Besuchern unseres Löricker Schützenfestes ein tolles Jubiläumsjahr und ein super Schützenfest in Lörick, mit vielen großartigen Erlebnissen.

Wir sehen uns auf dem Kirmesplatz!

Es grüßen herzlichst Ihre/Eure
„Löricker Schützenfreunde“

Jörg Nitsche

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