Rückblick Schützenfest 2016

 

Kirmesfreitag

Gradmesser eines gelungenen Schützenfestes stellt immer der Auftakt dar. Alle sind in gespannter Erwartung: Wie wird das Wetter? Kommen viele Besucher auf den Festplatz? Haben wir Glück bei der Musikauswahl? Kann die Jungschützenriege den Vorjahreserfolg beim selbst kreierten Showprogramm im Festzelt wiederholen? Wer wird neuer Schützenkönig (oder vielleicht erstmals eine Königin!)?

Fragen über Fragen, die im Verlauf des Schützenfestes nach und nach beantwortet werden.

Als erstes ein Wort zum Wetter: Angenehme Temperaturen von unter 30° und trocken. Was will die Schützenseele mehr! Mit den traditionellen Böllerschüssen wurde das Schützenfest am Freitagnachmittag für alle hörbar eröffnet. Der passende Start in die 4 Festtage. Ein zünftiges Platzkonzert im Vorzelt sorgte direkt für entsprechende Kirmesatmosphäre.

Dann galt es, erstmals das „große“ Königspaar, Franz-Peter Meuser mit seiner charmanten Königin Ulrike Linz, sowie den Jungschützenkönig Martin Weis mit seiner bezaubernden Königin Danielle und Pagenkönigin Leona Wendel nebst dem gesamten Hofstaat in Empfang zu nehmen. Der Weg führte uns ins „Dorf“ zum Krummen Weg, der, wie in jedem Jahr, prächtig geschmückt war. Die Königspaare wurden in die Reihen aufgenommen und dann ging es aber auf direktem Weg zum Dorfplatz an der Bonifatiusstraße, wo der erste offizielle Programmpunkt anstand: Großer Zapfenstreich und Ansprachen zum Festauftakt. Umrahmt von den Löricker Schützen in kompletter Uniform und Musikkapellen bildet der idyllische Dorfplatz eine schöne Kulisse. In seiner Ansprache an die Löricker Schützenfamilie und die Gäste ermunterte unser Schützenkönig Franz-Peter Meuser zum Besuch des Festplatzes und der übrigen Veranstaltung an den vier Schützenfesttagen und wünschte allen ein paar unbeschwerte Tage. Er bat um Gnade bei Petrus und wünschte allen Beteiligten einen harmonischen Festverlauf. Schützenchef Thomas Hummelsbeck ging in seinem Grußwort auf den Stellenwert der Schützen in Lörick ein. Er wünschte den Königspaaren und der Pagenkönigin, dem Hofstaat und allen Schützen und Gästen fröhliche Tage und ein unvergessliches Schützenfest.

Nach dem großen Zapfenstreich, wie immer hervorragend vom Bundestambourcorps Rheintreue Büderich und dem Blasorchester St. Benediktus inszeniert, setzte sich der Zug in Richtung Festzelt in Bewegung.

Bis zum Start des Programms hatten nun noch alle Zeit für Gespräche und Stärkungen jedweder Art. Erstmals seit vielen Jahren gab es keine spezielle Aufkleberaktion zum „Schützenfest bei uns in Lörick“, da inzwischen ein neues Logo entwickelt und dieses als Aufkleber für Fahrzeuge aller Art zur Verfügung steht. Viele Besucher konnten es allerdings kaum noch erwarten bis das eigentliche Abendprogramm startete. Gegen 21.45 Uhr war es dann dunkel genug, um mit dem Showprogramm zu beginnen.

Wie in den 7 Jahren zuvor, hatten die jungen Damen und (leider) wenige Herren aus der Jungschützenabteilung, verstärkt durch einige Kinder des Pagen- und Amazonencorps, selbständig und eigenverantwortlich das gesamte Programm auf die Beine gestellt. Mit Unterstützung von Kim Harfmann wurde in unzähligen Proben das Programm weitestgehend in eigener Regie einstudiert. Um es vorweg zu nehmen: Es war wieder ein echtes Highlight und das Publikum sparte nicht mit Applaus und Anerkennung ob dieser grandiosen Auftritte. Angetrieben und motiviert durch ein proppenvolles Festzelt und entsprechend ausgelassener Stimmung, erlebten die Festgäste viele bekannte Stars und Sternchen auf der Bühne, dargestellt durch die Amateurkünstler der Löricker Schützen. 2016 moderierte Michael Steinke, einer der Jungschützenbetreuer, humorvoll durch das Programm.

Eine knappe Stunde perfekte Unterhaltung. Wahnsinn, was die jungen Künstler geleistet haben. Ein grandioser Abend mit schöner Musik, hervorragend einstudierten Tanz- und Sketchnummern und mehr als ausgelassener Stimmung. Phänomenal unter anderem die großen Tanznummern mit 10 und mehr Mitwirkenden aber vor allem der Start und der Abschluss, wo alle 20 (!!) Akteure synchron tanzten. Die Freude, mit der sie auf der Bühne standen übertrug sich schnell auf das Publikum, so dass es am Ende nur eine Feststellung geben konnte: Toller Abend, tolles Programm, sensationelle Akteure und lachende Gesichter beim Vorstand ob des schönen Erfolgs.

Und die Party ging weiter! Mit unserem neuen DJ, Kersten Schmalbach von den Audiohelden, verwandelte sich das Festzelt in einen Tanzclub es wurde friedlich und fröhlich bis in den frühen Morgen gefeiert. Man munkelt, dass nicht wenige Jungschützen und auch ein paar versprengte „Senioren“ noch bis um 6.00 Uhr in der Frühe dem Schützenchef ihre Aufwartung gemacht haben.

 

Kirmessamstag

Der zweite Tag begann mit dem Schießwettbewerb um den „König der Könige“ an. Eine schöne Geste an alle, die in Lörick bereits die Würde des Regimentskönigs innehatten, aber auch vom Vorstand vorausschauend initiiert, um für den Fall, dass es einmal keinen Königsanwärter geben sollte, für die offiziellen Auftritte beim Schützenfest nicht „blank“ zu stehen. Nachdem Willi Speit in 2015 erster König der Könige wurde, hatte in 2016 unser Kamerad Uwe Velten die sicherste Hand und fegte die Königsplatte nach einem spannenden Kampf von der Stange.

Vom Festplatz aus marschierte das komplette Regiment zum Dorfplatz, wo bereits alle Majestäten nebst Hofstaat gespannt auf die erste Parade zum Schützenfest warteten. Wie immer wurden sie vorher herzlich im „Nöthels“ empfangen. Eine wirklich schöne Tradition, für die wir uns bei Peter und Silvia Nöthel und dem gesamten Team nicht oft genug bedanken können. Und es ging wunderbar weiter! Kein Schauer der den Ablauf beeinträchtigen konnte.

Und so ging es nach der festlichen Parade, bei der die Königinnen und Damen des Hofstaates viele „Aahhs und Oohhs“ für ihre wunderbaren Kleider von den Zuschauern erhielten. Den Weg zum Haus Lörick absolvierten die Königspaare und der Hofstaat erstmals nicht in voller Länge mit, da bei den warmen Temperaturen für nicht wenige Damenfüße dies eine wahre Tortur darstellt. Sie wurden standesgemäß ins Haus Lörick chauffiert. Dort angekommen empfing die Geschäftsführung des Hauses alle Schützen und vor allem die Königspaare herzlich und die vielen Bewohner erfreuten sich an den heraus geputzten Schützen und eleganten Damen. Wie immer hervorragend bewirtet genossen alle die Pause im Park des Hauses Lörick und die Musikkapellen sorgten für wunderbare Klänge. Von dort aus marschierte das komplette Regiment inklusive Königspaare, Hofstaat und Kompaniekönigspaaren zum Festplatz.

Dann stand das Schießen auf die Pagenkönigs-/königinnenwürde an. Die gesetzlichen Regelungen für den Schießsport untersagen Kindern bis zum 14. Lebensjahr jeglichen Umgang mit Munition, auch wenn es sich „nur“ um Luftgewehre handelt. Und so wird seit vielen Jahren der Pagenkönig bzw. Pagenköniginn an der Schießbude zur großen Freude des Betreibers ermittelt. Denn die zahlreichen Aspirantinnen und Aspiranten haben bis dahin fleißig an der Schießbude trainiert und dort so manchen Euro verballert. Rund 20 Pagen und Amazonen trafen sich dann um 16.30 Uhr und unter Leitung unserer beiden Schießleiter Heinz Heger und Mike Fischer ging es dann endlich los. Die Spannung war allerorten zu spüren und die Jungen fragten sich, ob sie es denn in diesem Jahr wieder schaffen, sich gegen die Schiesskünste der zahlreichen Mädchen durchzusetzen. Diese Frage wurde allerdings erst am Kirmesmontag bei der Krönung des/der neuen Pagenkönigin/Pagenkönigs beantwortet.

Mit dem Ball der Kompaniekönigspaare ging der Samstag weiter. Sie standen am Abend im Mittelpunkt. Für die nicht im Sommerbrauchtum sattelfesten Leser: Jede einzelne Gesellschaft in der Löricker Schützenbruderschaft ermittelt im Jahresverlauf ihren eigenen König bzw. Königin. Damit diese Funktion nicht im Verborgenen bleibt, stehen die Königspaare bei deren Ball im Mittelpunkt des Geschehens. So geschehen auch in 2015, wo der Vorstand 8 Kompaniekönigspaare auf dem Thron begrüßen konnte. Entgegen der bisherigen Tradition wurden an diesem Abend die Königspaare nicht einzeln vorgestellt. Für die Schützenfamilie zwar immer interessant, aber für die Gäste im Zelt eher ein Grund, lieber draußen zu bleiben. Eine Entwicklung, die der Vorstand aufmerksam verfolgte und sich daher intensiv Gedanken hierüber machte. Dieser Abend sollte auch für Gäste ansprechender gestaltet werden. So kam man auf die Idee, einen eigenen Ball der Königspaare als interne Veranstaltung außerhalb des Schützenfestes stattfinden zu lassen. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Der Ball der Kompaniekönigspaare ist aber auch Gelegenheit, verdiente Mitglieder zu Ehren oder Jubilare, die 40 Jahre und länger der Gemeinschaft treu sind, auf die Bühne zu holen. Gedankt wird an diesem Abend aber auch Personen rund um das Löricker Schützenwesen, die sich in vielfältiger Weise für den Verein einsetzen.
Der offizielle Teil des Abends endete mit dem großen Ehrentanz aller Königspaare, dem Hofstaat sowie Offizierscorps und Vorstand deutlich früher als in den Vorjahren. Endlich konnte nun die „San Fernando Allstars“ zeigen was sie musikalisch draufhaben. So wurde noch eifrig getanzt und auch der zweite Schützenfesttag war fast Geschichte.
Zu später Stunde trafen sich nicht wenige Schützen an einem unbekannten Ort zum fröhlichen Ausklang des Tages.

 

Kirmessonntag

Mit den Klängen des Tambourcorps „Rheintreue Büderich“ ging es in Tag 3 des Schützenfestes. Sie weckten mehr oder weniger verschlafene Schützen mit fröhlichem Spiel. Zunächst stand die Kranzniederlegung am Ehrenmal an und dann erwartete uns Präses und Dechant Michael Dederichs zur Festmesse im Zelt. Aber er war in diesem Jahr nicht alleine! Eine besondere Verbindung zwischen der Regimentskönigin Ulrike Linz und dem Erzbischof von Berlin, S. E. Dr. Heiner Koch, sorgte dafür, dass dieser, zu seiner und unserer Freude, wieder einmal den Weg ins kleine Lörick gefunden hatte. Dort konnten beide, wie in jedem Jahr, viele Besucher begrüßen und sparte nicht mit frommen Wünschen zum Wetter für das restliche Schützenfest, insbesondere für den großen Festzug sowie Königsparade am Nachmittag. Erstmals auch im Festzelt untermalte der Kirchenchor, dem unsere Regimentskönigin angehört, die Festmesse. S.E. Dr. Heiner Koch zelebrierte eine schöne Schützenmesse und setzte, so wie man ihn kennt, mit seiner Predigt das erste absolute Highlight des Tages.

Nach einer kurzen Erholungsphase für die Schützen am Mittag hieß es dann „Antreten zum großen Festzug“ auf der Josef-Willecke-Straße. Wo ist denn diese Straße werden sich einige fragen! Die nach dem langjährigen 1. Vorsitzenden des Bürgervereins Lörick benannte Straße befindet sich unmittelbar neben dem Festplatz und hat vor einigen Jahren ein Neubaugebiet in bester Lage von Alt-Lörick erschlossen. Dort stellt sich die große Schützen- und Musikerschar seit einiger Zeit auf, da es auf dem Festplatz, der ja eigentlich als Parkplatz für das schöne Löricker Freibad gedacht ist, in früheren Jahren bei schönem Sommerwetter immer wieder zu chaotischen Situationen durch Parkplatz suchende Autos gekommen ist. Der Umzug startete pünktlich und war mit gut 800 Teilnehmern ein prächtiger Anblick. Die große Anzahl der Teilnehmer resultierte u. a. aus dem eigenen Bataillon der Fidelen Löricker aus Anlass deren 40jährigen Jubiläums. Währenddessen der große Festumzug seinen Lauf nahm, fanden sich zahlreiche Gäste aus befreundeten Schützenvereinen, Politik und Wirtschaft sowie dem öffentlichen Leben im Pfarrsaal unserer Kirche an der Löricker Straße ein. Bei von Schützenfrauen (oder auch Männern?) selbst gebackenem Kuchen nutzten viele die Gelegenheit um Urlaubserlebnisse auszutauschen oder über das eigene bevorstehende oder vielleicht schon erlebte Schützenfest zu berichten. Obwohl schon für 120 Personen eingedeckt, platzte der Pfarrsaal auch in 2016 wieder aus allen Nähten. Mit freundlichem Beifall und zahlreichen Komplimenten für das tolle Kleid unserer reizenden Königin, Ulrike Linz, sowie den schönen Roben der Damen des Hofstaates, empfing die Gästeschar unser Königspaar sowie das Jungschützenkönigspaar Martin Weis mit Königin Danielle sowie Pagenkönigin Leona Wendel mit Begleiter Leo Manert. Mit dabei war auch S. E. Erzbischof Dr. Heiner Koch! Und das alles bei angenehmen Temperaturen und ohne Regen!

Viele Zuschauer an der Straße warteten auf die Parade und natürlich auf die gekrönten Häupter. Häufig glaubt der geneigte Nichtschütze ja, dass das Schützenwesen eine eher männliche Domäne sei. In Lörick sowieso nicht und am Schützenfestsonntag zur Parade schon mal gar nicht. Denn da stehen die Königinnen sowie die Damen des Hofstaates im Mittelpunkt des Geschehens. Tolle Kleider waren zu bestaunen und nicht ohne Grund wurde das Regimentskönigspaar sehr häufig fotografiert. Vor der eigentlichen Parade erlebten die Zuschauer und Gäste ein absolutes musikalisches Highlight. Alle 6 Musikzüge zogen nacheinander mit klingendem Spiel auf und spielten dann gemeinsam für alle Gäste und Besucher. Es ist wahrlich beeindruckend, wenn 180 Musiker zeitgleich und synchron musizieren.

Nach dem Einspielen der Fahnenabordnungen und Blumenhörner und meldete Oberst Paul Adams dem Regimentskönigspaar, dass das Löricker Regiment und die vielen befreundeten Vereine pünktlich und vollzählig zur Parade bei fabelhaftem Kirmeswetter angetreten seien. Wie seit einigen Jahren, wird das ganze „Drum und Dran“ der Parade über Lautsprecher moderiert. Werner Rieche, der das in den Jahren vorher getan hat, war als neuer 1. Geschäftsführer voll und ganz mit dem Ehrengästeempfang ausgelastet. Aber mit dem Chefadjutanten Michael Wagner konnte ein altgedienter Schütze für diese Aufgabe gewonnen werden. Mit viel Elan nahm er das Mikro in die Hand und begleitete die Parade mit vielen Informationen und launigen Bemerkungen. Chapeau für diesen tollen Auftritt!

Die zahlreichen Besucher der Königsparade sparten nicht mit Beifall für die Majestäten, deren Hofstaat und die vielen adrett gekleideten Schützen.

Nun stand noch der Königsehrenabend auf dem Programm. Der Höhepunkt neben dem großen Festumzug für die Königspaare. Ein gut gefülltes Festzelt mit vielen Gästen aus den benachbarten Vereinen sowie dem öffentlichen Leben konnte der 1. Chef Thomas Hummelsbeck begrüßen. Aber vor den Gästen gilt der erste Willkommensgruß traditionell den Königspaaren. Wie in jedem Jahr kommt auch eine Abordnung des Niederkasseler Schützenvereins mit ihrem Tambourcorps zu uns, um deren Schützenfest, welches immer eine Woche nach dem Löricker Schützenfest stattfindet, anzukündigen. Mit dabei die traditionelle „goldene Mösch“, die schon den ganzen Tag quer durch Niederkassel getragen wurde. In 2016 hatte die Hubertus-Kompanie die Ehre, den „Möschesonntag“ mit dem Tambourcorps durchzuführen.

Das offizielle Programm startete weiter mit der Verleihung des Stadtkönigsordens. Der geht üblicherweise immer an den Regimentskönig. Ihm zu Ehren war der erste Bürger unser Stadt, Oberbürgermeister Thomas Geisel eigens nach Lörick gekommen. In einer launigen Ansprache hatte er das Publikum sofort auf seiner Seite und Franz-Peter Meuser stand nunmehr im Mittelpunkt des Geschehens. Standing Ovation nach der Ordensverleihung zeigten einmal mehr, wie beliebt Stephan in Lörick ist. Es schloss sich das Grußwort unseres Präses, Dechant Michael Dederichs, an.

Aber dann waren die letzten Minuten im „König sein“ für Franz-Peter und seine Königin Ulrike endgültig gezählt. Aber auch dem „kleinen“ König, dem Jungschützenkönig Martin Weis mit Königin Danielle sowie der Pagenkönigin Leona Wendel, war, ob dem bald abrupt endenden Königsjahr, die Wehmut anzusehen. Bevor es aber an der Zeit war, die Königspaare zu verabschieden, stand noch der Ehrentanz aller Königspaare, des Hofstaates sowie des Vorstandes an. Aber nun galt es, die Königspaare würdig zu verabschieden. Zunächst stellte Thomas Hummelsbeck die Pagenkönigin dem Publikum vor und bedankte sich für das am nächsten Tag endende Regimentsjahr. Mit ihrer fröhlichen Art hatte Leona, zusammen mit ihrem Begleiter Leo, die Herzen im Sturm erobert.

Dann war die Zeit des Abschiedes für das Jungschützenkönigspaar gekommen. In einer launigen Ansprache ließ der 2. Chef, Stephan Speit, noch einmal das Königsjahr Revue passieren und sprach Martin Weis ein großes Lob für sein Engagement, nicht nur als Jungschützenkönig, sondern auch für ihre Arbeit in der Jungschützenriege, aus. Hierin schloss er ausdrücklich seine Königin Danielle ein.

Großer Beifall der Löricker Schützen und der vielen Gäste war den beiden sicher.

Danach war nun das „große“ Königspaar an der Reihe. Der 1. Chef übernahm dies, war es doch für ihn quasi ein Heimspiel. Denn König und 1. Chef gehören der gleichen Kompanie an. Beiden wurde mit riesigem Beifall der versammelten Löricker Schützenfamilie und den zahlreichen Gästen für ihr Königsjahr gedankt. In seiner Laudatio zielte Thomas Hummelsbeck insbesondere auf das Engagement des Königspaares für die Löricker Schützen, aber auch für den gesamten Stadtteil hin. Er erinnerte an die zahlreichen Termine des Königspaares Franz-Peter und Ulrike, die nahezu alle Einladungen wahrgenommen haben. Dass sie viel Spaß bei allem hatten, konnte man ihnen in jeder Sekunde ansehen. Mit zu der guten Stimmung trug sicherlich auch der große und engagierte Hofstaat bei, der immer zur Stelle war und „ihr“ Königspaar tatkräftig unterstützte. Nicht zuletzt hatte Franz-Peter mit seinem Königsschuss dem 40jährigen Jubiläum „seiner“ Kompanie, den Fidelen Löricker, deren Hauptmann er schon eine gefühlte Ewigkeit ist, sprichwörtlich die Krone aufgesetzt. Die Löricker Schützen bedankten sich mit stehenden Ovationen bei den Beiden für ihren tollen Einsatz für die Schützengemeinschaft, ihr freundliches und sympathisches Auftreten und das gemeinsam Erlebte. Mit der abschließenden Gratulations- bzw. Dankescour wurde ein harmonischer und stimmungsvoller Königsehrenabend beendet.

Zu Ende war dieser Aber doch noch nicht ganz, denn natürlich freuten sich die zahlreichen Gäste darauf, nach dem offiziellen Teil auf der Tanzfläche zu den Klängen der San Fernando Allstars die Beine vertreten zu können.

 

Kirmesmontag

Der letzte Tag des Schützenfestes trägt auch intern die Bezeichnung „Tag der Schützen“, da man sich schon zum Frühstück oder Brunch im Festzelt trifft und dieses erst wieder verlässt, wenn der neue Regimentskönig zu seiner Residenz begleitet wird. Dazwischen liegen einige Stunden, in denen viele die Gelegenheit nutzen über Kompaniegrenzen hinweg Kontakte zu pflegen, einen flotten Skat zu spielen oder den Schießwettbewerben um Preis- und Königsvögel zu folgen. Bei schönem Wetter immer ein toller und gemütlicher Tag im Kreise der Löricker Schützenfamilie. Für den Vorstand aber nur dann, wenn ihm eine Meldung eines ernsthaften Königsaspiranten vorliegt. Das war leider in 2016 bis zum Start des Schützenfestes nicht der Fall, aber Gott sei Dank am besagten Kirmesmontag! Dazu später aber mehr.

Tradition ist es auch, dass sich die Löricker Schützenkinder auf dem Festplatz zum Kirmesrundgang treffen. So vergnügten sich die Kinder auf dem Kinderkarussell, beim Pfeilwerfen oder an der Schießbude. Unterstützt wurde der Rundgang, wie im jedem Jahr, von den Schaustellern durch ermäßigte Preise. Ermöglicht wird dieser aber erst durch die Hutsammlungen in den Kompanien zum Start des Schützenfestes. Da kommen immer einige Euros zusammen die dann als Kirmesgeld für die Kinder, dem Kirmesrundgang und für Getränke nach den Umzügen genutzt werden. Nur so können wir es uns in Lörick erlauben, die Pagen und Amazonen vollständig beitragsfrei zu halten, aber dennoch ein interessantes Programm für die Jüngsten auf die Beine zu stellen. Aber nicht nur die Pagen unternahmen einen Kirmesrundgang, nein zahlreiche Schützen gingen ebenfalls gemeinsam auf Tour und belagerten die Fahrgeschäfte und Buden!

Nachdem der Kirmesrundgang für die Pagen beendet war, stand für diese der Höhepunkt des Tages auf dem Programm: Die Krönung des neuen Pagenkönigs oder der neuen Pagenkönigin. Der 1. Chef Thomas Hummelsbeck zog einen Spannungsbogen und kam Schritt für Schritt der Lösung des Rätsels näher. Wird es ein Mädchen oder wie im Vorjahr ein Junge? Eng beieinander lagen viele Ergebnisse. So gab schließlich ein einziger Ring den Ausschlag zu Gunsten von Simon Litges. Seine Freude war groß, aber natürlich auch bei seinen Eltern, Bernd und Anja.

So, nun hatten wir einen neuen Pagenkönig! Es wartete noch die Entscheidung um die Jungschützenkönigswürde und es galt die Frage nach dem neuen Regimentskönig noch zu beantworten. Aus der wieder größer gewordenen Schar der fast 30 JungschützenInnen hatten sich 2 Bewerber gemeldet. René Fischer sowie Alexander Eisheuer von den St. Hubertus-Scheibenschützen. Ein spannender Kampf war also angesagt. Und der wurde es auch! Schien zunächst der Pendel in Richtung Alexander (der letztmalig die Chance hatte König zu werden) auszuschlagen, so holte Martin die Platte mit einem fulminanten Schuss die bereits geteilte Platte herunter. Ein etwas trauriger Alexander blieb zurück jedoch mit dem Wissen, das die Königswürde in seiner Kompanie geblieben ist.

Nachdem sich die Aufregung um den neuen Jungschützenkönig gelegt hatte, stellten sich viele die Frage, wer denn nun wohl als nächstes an den Schießstand gerufen würde. Denn das ist in aller Regel der neue Regimentskönig.

Im Verlaufe des Tages hatte es nicht wenige „todsichere“ Tipps gegeben. Viele hatten Kameraden aus den Jubiläumskompanien 2017 im Blick. Schließlich werden in diesem Jahr die Scheibenschützen und die Marine-Kompanie 90 Jahre alt. Aber vielleicht wird es auch erstmals eine Dame? Denn 2017 feiert das Reitercorps 25jähriges Bestehen und die Löricker Mädels ihr 10jähriges. Weit gefehlt! Umso überraschter war das Schützenvolk, als der 1. Chef, Thomas Hummelsbeck, einen insbesondere in Niederkassel sehr bekannten Namen aufrief: Felix Menke!

Mitglied der 3. Jägerkompanie, die erst in 2015 „das Licht der Welt“ in Lörick erblickte. Ohne zu zögern nahm er Maß und schoss unter dem Jubel seiner Kompanie und allen anderen Schützen und Gästen die Platte herunter. Die Überraschung war perfekt! An seiner Seite Lebensgefährtin und neue Regimentskönigin Lucienne Dornbusch. Was ein bezauberndes junges Regimentskönigspaar! Aber viele fragten sich, wie es zu dieser Meldung gekommen ist.

Felix und seine 3. Jäger bekamen mit, dass es bis zum Start des Schützenfestes noch keinen Bewerber um die Königswürde gab. Ein Tipp aus seinen Reihen an den 1. Chef, dass sich ein Gespräch mit Felix vielleicht lohnen würde, war die Initialzündung. Noch bevor der zweite Festtag Geschichte war, hatte Felix per Handschlag seiner Meldung Nachdruck verliehen. Die designierte Königin Lucienne machte auch nicht den Eindruck, als sei sie von dieser Entwicklung schutzlos überrollt worden. Und da die 3. Jäger eine eingeschworene Gemeinschaft sind war schnell klar, dass sie komplett den Hofstaat stellen. Die Frage des notwendigen Regimentsfahnenträgers, eine Aufgabe der Königskompanie, wurde geschmeidig und schnell gelöst. Der erprobte Fahnenträger der Fidelen, Bernd Litges, erklärte sich spontan bereit, diese Rolle ein weiteres Jahr zu übernehmen.

Bevor dann am Abend im Festzelt die neuen Majestäten feierlich gekrönt wurden, stand die Verleihung der Pokale an die Pagen und Amazonen an. Denn die schießen seit 2008 auch ihre Pokalsieger auf der Laser-Anlage im Gymnastikraum des Pfarrsaales aus und platzen fast vor Stolz, wenn sie vor der großen Kulisse am Montagabend ihre Medaillen oder Pokale ausgehändigt bekommen. Nachdem dann auch alle Schießpreise vom nachmittäglichen Preisvogelschießen verteilt und sämtliche Pokale überreicht waren, konnten dann auch endlich die neuen Majestäten mit den äußeren Zeichen ihrer Königswürde ausgestattet werden. So übernahm Stephan Speit die Krönung des neuen Jungschützenkönigs René Fischer mit seiner Königin Michelle für das Jahr 2016/2017. Die Krönung des neuen Regimentskönigs Felix Menke und seiner Königin Lucienne lag in den Händen von Thomas Hummelsbeck. Vorgestellt wurde natürlich auch der am Nachmittag bereits gekrönte Pagenkönig Simon Litges.

Großer Beifall für alle gekrönten Häupter war Ausdruck der Freude der Löricker Schützenfamilie über einen gelungenen Schützenfestmontag und ein erfolgreiches Regimentsschießen, welches junge und sympathische Regenten zum Vorschein brachte. So wurde der letzte Kirmestag auch noch ein Erfolg und bis spät in die Nacht animierte DJ Kersten die Löricker erfolgreich das Tanzbein zu schwingen. Und wie die das taten! Wie immer in den letzten Jahren ein sehr schwungvoller, letzter Abend. Es wurde „gerudert“ was das Zeug hält, zuletzt um kurz vor 2 Uhr. Und die Tanzfläche war gerappelt voll! Vorher wurden fast noch einmal alle Lieder vom Freitagabendprogramm und auch aus früheren Jahren gespielt und unsere jungen Künstler zeigten ihr ganzes Können.

So endete ein wiederum harmonisches und überaus gelungenes Schützenfest 2016, für nicht wenige allerdings erst bei Sonnenaufgang in einem Hinterhof auf der Bonifatiusstraße bei mehreren Riesenpfannen Rosmarinkartoffeln, Bier, Kaffee oder anderen Köstlichkeiten. Man glaubt gar nicht, wie viel Menschen zu so später Stunde noch im Dorf unterwegs sind.

Vielen Dank an die vom Lärm genervten Anwohner, dass sie in 2016 so viel Verständnis für das Feiervolk aufbrachten und so einem wunderbaren Schützenfest das verdiente Finale nicht verdarben!

Für 2017 wünschen wir uns wieder einmal das berühmte Löricker Kirmeswetter, Harmonie sowie viele Besucher auf einem hoffentlich gut bestückten Festplatz und den Veranstaltungen.

Thomas Hummelsbeck

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