Das Jahr 2009 war für die Kompanie der Fidelen Löricker das 34. Jahr der Vereinsgeschichte. Ich erinnere an dieser Stelle gern noch einmal an die Gründung der Fidelen Löricker im Januar 1976. Anlässlich des Titularfestes 1976 wurde der Antrag auf Aufnahme der Kompanie in die Schützenbruderschaft Lörick gestellt und durch die Generalversammlung genehmigt. Erstmals zum Schützenfest 1976 trat die Kompanie dann als solche in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Über die Geschichte und weitere Entwicklung der Kompanie wird bei anderer Gelegenheit ausführlicher berichtet werden. Obwohl aufgrund der langen Erfahrung mittlerweile viele Events und Veranstaltungen routinierter und dadurch viel entspannter geplant und umgesetzt werden können, verstehen wir es immer wieder unser Kompanieleben abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Auf einige dieser Veranstaltungen möchte ich in diesem Bericht etwas näher eingehen.
Eine der wichtigsten und spannendsten Ereignisse im Leben der Kompanien ist sicherlich das Kompaniekönigsschießen. Obwohl unser Schießen normalerweise immer Bestandteil unserer Kompanietour ist, trafen wir uns im letzten Jahr auf dem Heerdter Schießstand um den neuen König der Fidelen Löricker auszuschießen. Ähnlich wie beim Regimentskönigsschießen, wird auch hier spekuliert und gerätselt, bei welchem Schuss die Platte fällt. Da es meistens mehrere Anwärter auf die Königswürde gibt, entwickelt sich stets ein heißer, spannender Kampf. Im Jahr 2009 konnte unser Kamerad Michael Janz diesen Kampf für sich entscheiden. Mit seiner Königin Rebecca repräsentierte er die Kompanie bei den Veranstaltungen der Bruderschaft. Ein zwar junges aber keineswegs unerfahrenes Königspaar, das diese Aufgabe immer gut gelaunt, fröhlich und gern ausübte. Den zweiten - nicht ganz so repräsentativen - aber ebenso spannenden und wichtigen Kampf konnte unser Kamerad Frank Nakaten für sich entscheiden. Die Motivscheibe, die Frank errang, ziert mittlerweile den Partykeller der Familie. Traditionsgemäß lädt der Sieger die Kameraden zum Abendessen ein – häufig ein von Gewinner selbst zu bereitetes Essen. Frank entschied sich für Chili con carne und das ist ihm auch hervorragend gelungen.
Das Schützenfest als weiterer Höhepunkt des Schützenjahres läuft mittlerweile nach einem festen eingespielten Rhythmus. Das gemeinsame Schmücken und der Auftakt findet bei unserem Hauptmann Franz-Peter Meuser statt, der es sich nicht nehmen lässt die Kompaniemitglieder mit ihren Familien zum Auftakt auf seinen Hof Am Krummen Weg einzuladen. Ein Auftakt, den wir gern mit einem Feuerwerk feiern. Freitags treffen wir uns zum Antreten bei unserem König, in diesem Jahr also in der Rosensiedlung bei Michael Janz, bevor wir uns zum Biwak der Schützen an der Kirche begeben. Am Samstag ist dann ein gemeinsames Mittagessen angesetzt, das wir im letzten Jahr in der Bauernstube einnehmen konnten. Jeder kennt eigentlich das Phänomen an diesen Tagen. Kaum hat das Schützenfest angefangen, schon ist es wieder vorbei. Ein letzter Höhepunkt ist das Schießen auf den Königsplatte. In Lörick diesmal sicher erwähnenswert: Die erste Jungschützenkönigin in der Geschichte der Bruderschaft und der jüngste Regimentskönig aller Zeiten. Beiden an dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch von den Fidelen Lörickern. Der Kirmesausklang fand in diesem Jahr bei unserem neuen Spieß Johannes Adams statt. Die Spießabrechnung wurde in diesem Jahr mit Spannung erwartet, denn noch wusste keiner, wie scharf unser neuer Spieß ist und wie er die Tarife staffelt. Nach der Abrechnung waren jedoch alle zufrieden. Die Kameraden, denn keiner fühlte sich über Gebühr bestraft aber auch unser Kassierer, der ein schönes Sümmchen einstreichen konnte.
Kaum war das Schützenfest 2009 beendet stand auch schon der nächste Höhepunkt an, denn in 2009 fuhren die Fidelen Löricker wieder einmal zur See. Bei bestem Segelwetter – also viel Sonne und viel Wind – kreuzten wir übers Iisselmeer. Sicherlich gewohnheitsbedürftig ist die Kanalisation. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass es da eigentlich gar nichts gibt an das man sich gewöhnen könnte. Stell dir einmal vor, dass du dich mit einigen Kameraden an einem sonnigen Abend zu einer gemütlichen Zigarette und einem Glas Bier auf Deck an der Reling versammelt hast. Ein plötzlich gurgelndes Geräusch anderthalb Meter unter dir, teilt dir dann mit, dass jemand gerade die Toilette benutzt. Am Geruch der sich dann verbreitet erkennst du schnell die Art, den Umfang und die Qualität des jeweiligen Geschäfts und überlegst, ob sich eine Flucht noch lohnt. Typisch für die Häfen des Iisselmeers ist daher auch die besondere Konsistenz des Wassers: Zum Schwimmen zu fest, zum Pflügen zu flüssig. Wenn man von diesem Aspekt einmal absieht, können die mitreisenden Kameraden aber bestätigen, dass es eine rundum gelungene Tour war. Nach mittlerweile 4 Touren wissen wir mittlerweile auch, wie und wann welches Segel zu reffen oder zu setzen ist, wie man wendet - ohne, dass einem irgendwelche Strippen um die Ohren schlagen - und in welcher Situation man am besten einfach mal den Kopf einziehen muss. Damit so eine Tour überhaupt funktioniert, bedarf es einer einwandfreien Organisation. Sehr zu unserer Freude hat unser Kamerad Thomas Hummelsbeck sich auch diesesmal wieder besonders stark engagiert. Die Arbeit beginnt ja bereits mit der Planung und den Kontakten mit den Reeder aber auch die konkrete Gestaltung des Menueplanes (2 Frühstücke, 2 Mittagessen, 2 Abendessen …naja und wir Löricker brauchen an Wochenende schon auch noch ein gescheites Stück Kuchen), die Verteilung der Aufgaben an Bord, denn um das Kochen, Spülen und Aufräumen müssen wir uns selbst kümmern. Wenn es um das Kochen geht haben wir natürlich den großen Vorteil, dass auch hier Thomas die Ausführung übernimmt. Man möge sich in diesem Zusammenhang erinnern, wer beim Kochduell anlässlich des Dorffestes 2009 den ersten Preis errungen hat. Ansonsten kann das Leben an Bord sich auch mal abenteuerlicher gestalten. Dies war zum Beispiel am Sonntagnachmittag der Fall. Einige Kameraden bereiteten gerade unter Deck die obligatorische Kaffeetafel vor, als jemand feststellte; „Das Bild hängt schief und eigentlich hängt es immer schiefer!“ Naja, der Fachmann erkennt sofort: „Das Bild kann gar nicht schief hängen, denn es kann frei schwingen! ... Was zum Teufel…?“ Das Schiff neigte sich jedenfalls plötzlich sanft zu Seite. (Sanft ist ja, wie jeder weiß ein relativer Begriff. So kann man zum Beispiel mit Schmirgelpapier ein Stück Kirschbaumholz sehr sanft bearbeiten. Es kann aber sicherlich kein Mensch behaupten, dass Schmirgelpapier in jeder Situation für eine sanfte Behandlung geeignet ist.) Also muss ich da wohl genauer formulieren. Mit der Sanftheit von Schmirgelpapier neigte sich plötzlich das Schiff zur Seite. Dies löste sowohl an Bord als auch unter Deck hektische Aktivitäten aus. Oben an Bord riefen die Kameraden nach Unterstützung, denn hier schwappte das Wasser bereits übers Deck. Segel mussten blitzschnell gerefft werden, um den Schiff an Fahrt zu nehmen und das Tempo zu drosseln. Zudem galt es sich irgendwie festzuhalten und alles das was lose aber wertvoll war in Sicherheit zu bringen. Da musste sich mancher entscheiden zwischen Bierglas und Pullover. Wie sich jeder vorstellen kann, war das auch emotional eine nicht ganz einfache Situation. Unter Deck verlief die Entwicklung nicht weniger dramatisch. Die Kaffeetische waren gerade eingedeckt; die Tische mit Geschirr, Kaffee und Kuchen bestückt, als das Schiff sich plötzlich „sanft“ zur Seite neigte. Instinktiv wendete daraufhin der Kuchen, der Kaffee, das Geschirr und der ganze Kram auf den Tischen das Gesetz der Schwerkraft an und setzte sich in Bewegung Richtung Tischkante. Der Kamerad unter Deck versuchte geistesgegenwärtig, die gastronomische Katastrophe aufzuhalten, was aber leider nur teilweise gelang. Wenn sich 10 Meter Geschirr, Kaffee und Kuchen einmal in Bewegung setzen, dann können anderthalb Meter Arme und Hände dagegen wenig ausrichten. Trotz dieser ausgefallenen Mahlzeit war die Tour aber wieder ein voller Erfolg und alle Beteiligten hoffen auf eine Fortsetzung dieser Tradition.
Abschließend möchte ich noch über einige eher privaten Ereignisse berichten. Unser Kamerad Gerald Becker ist zum zweiten Male Großvater geworden und auf die Geburt seiner Enkelin Elisa wurde natürlich auch angestoßen. Unser Kamerad und 1. Kassierer der Bruderschaft Martin Wendel führte seine Martina vor den Brautalter. Seit längerer Zeit wieder ein Polterabend eines Kameraden, den wir besuchen konnten. Im Dezember feierte unser Hauptmann Franz-Peter Meuser seinen 55. Geburtstag und lud die Kompanie hierzu ein. Es gab in 2009 nicht nur fröhliche Ereignisse. Mit Heinz Jürgens und Willi Tups mussten wir uns von zweien unserer passiven Mitglieder und langjährigen Förderern verabschieden.
Abschließend wünsche ich allen Schützenschwestern und Schützenbrüdern ein harmonisches Fest. Den Familien, Freunden und Besuchern viel Spaß und Freude.
Lothar Tups Schriftführer
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