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Düsseldorf-Lörick: Mittwoch, 22. Februar 2012
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Unser Jahresrückblick 2010 / 2011

 

Wer – hat - an - der - Uhr – gedreht? Ist- es- wirklich- schon- so spät . . . ? Diese Frage ist mehr als berechtigt! Wieder einmal ist es an der Zeit einen Blick zurück zu werfen, um an dieser Stelle von den Ereignissen des vergangenen Jahres in und um unsere Kompanie herum zu berichten. „Noch’n Jahresrücklick - da steht doch sowieso immer nur dasselbe drin!?“, könnte man sich vielleicht zu Recht fragen. Doch wie heißt es so schön: „jeder Jeck is‘ anders“. So hat sicher auch jede Kompanie ihre eigene Handschrift und irgendwie ist doch auch immer wieder etwas Neues dabei. Daher bin ich sicher, es lohnt sich auch diesmal wieder einen kleinen Blick zu riskieren, um zu erfahren, wie unser Jahr verlaufen ist.

 

Die beste Nachricht schicke ich gleich vorweg: es gibt nur Gutes zu berichten!!!

 

Beginnen möchte ich unseren kleinen Rückblick dort, wo ich im letzten Jahr geendet habe - im Mai 2010, genauer gesagt, am 28.05.2010. An diesem Tag hatte unser amtierendes Kompaniekönigspaar Michael Steinke mit seiner Königin Gefion zum großen Königsfest in ihr schönes Zuhause in Alt-Lörick eingeladen. Dieses Fest stellt in unserer Gesellschaft, neben dem Schützenfest selbst, immer einen besonderen Höhepunkt des Königsjahres dar. Auch Michael und Gefion haben es sich nicht nehmen lassen und neben unserer Kompanie u. a. auch den gesamten Regimentsvorstand hierzu eingeladen. Bereits am Eingang zu ihrem Domizil wurden wir außergewöhnlich empfangen. Zunächst nicht etwa von den beiden selbst, dafür aber von einem kapitalen Spanferkel, welches sich knuspernd für uns am Spieß um sich selbst drehte. Bei diesem Anblick bekamen nicht nur alle Gäste, sondern insbesondere unser Kompanie-eigener Metzgermeister i. R. Jochen Beckers, glänzende Augen. So wurde ihm im späteren Verlauf des Abends auch die Ehre zu teil, das Tier fachmännisch in mundgerechte Stücke zu zerlegen und an die hungrigen Gäste zu verteilen. Gelernt ist eben gelernt! Bei leckerem Essen und leckerem Altbier konnten wir es uns anschließend auf der einladenden Terrasse gemütlich machen und einen wunderschönen Abend verbringen, an den wir uns noch lange und gerne erinnern werden. Unser Dank geht abermals an Michael und Gefion für dieses wirklich gelungene Fest.

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Einen kleinen Wehmutstropfen gab es aber auch an diesem Abend. Michael Wagner, seines Zeichens Oberleutnant unserer Kompanie, vollführte mit der Übergabe des obligatorischen Blumenstraußes an die Gastgeberin seine vorläufig letzte Amtshandlung. Schon in wenigen Tagen würde er uns in Richtung seiner neuen beruflichen Wahlheimat Südafrika verlassen. Kurz zuvor hatten wir ihn als Gäste einer geglückten Überraschungsparty gebührend verabschieden können. Aber ich hatte ja versprochen, nur Gutes zu berichten. So ist dieser Abschied auch nur ein solcher auf Zeit. Denn Michael hat fest versprochen in ca. zwei Jahren wieder in seine Löricker Heimat zurückzukehren und zudem in regelmäßigen Abständen einen Besuch abzustatten. Also blieb nur, ihm für sein Südafrika-Abenteuer nochmals viel Glück und gutes Gelingen zu wünschen und die Order mit auf den Weg zu geben, gesund und munter wiederzukommen.

 

Der Juni ist bei uns traditionell der Monat, in dem wir unseren neuen Kompaniekönig ermitteln. Auch wenn der alte König noch bis kurz vor dem Schützenfest in Amt und Würden bleibt, heißt es nicht nur beim englischen Königshaus - sondern auch bei uns Schützen - rechtzeitig für adäquaten Nachschub in der Thronfolge zu sorgen. Nur der Weg dorthin sieht zugegebener Maßen etwas anders aus. Wir trafen uns zu diesem Zweck zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder in Meerbusch-Bösinghoven. Die Gaststätte „Büker“ entpuppte sich für uns zum perfekten Veranstaltungsort für unser Vorhaben. Leider ließ durch widrige Umstände die Beteiligung der aktiven Kameraden an diesem Tag etwas zu wünschen übrig. Doch auf einen Teil unserer Gemeinschaft war wieder hundertprozentig Verlass – die Damen und insbesondere die Witwen unserer Kompanie!

 

So ließen wir uns hierdurch die gute Laune nicht verderben - ganz im Gegenteil! Anders als anfänglich zu erwarten gewesen wäre, wurde es ein sehr lustiges und kurzweiliges Schießen, bei dem alle Beteiligten großen Spaß hatten. Zum Schluss entwickelte sich ein Dreikampf um die Königswürde, der an Spannung nur schwer zu toppen sein dürfte. Das Rennen machte zu guter Letzt Norbert Mischke, der sich nach 1987 und 2003 nun schon zum 3. Mal in die Kompaniekönigs-Liste eintragen konnte. Nicht minder froh über den erfolgreichen Schuss war seine Gattin Angelika. Als gestandene Schützenfrau wusste sie natürlich, was auf sie zukam und freute sich schon sehr auf das bevorstehende, gemeinsame Regierungsjahr mit ihrem Norbert. Nach einem abschließenden Abendessen, bei dem wir kräftig auf das neue Königspaar anstoßen konnten, ging auch dieser schöne Tag langsam zu Ende. Eines stand jedoch fest – im nächsten Jahr kommen wir bestimmt wieder!

 

Viel Zeit zum Ausruhen blieb jedoch nicht. Beim Löricker Dorffest, das kurz darauf folgte, hatten wir den Aufbau und die 1. Schicht am Grillstand zu bewerkstelligen. Eine Aufgabe, die sich unter Schützen nicht gerade großer Beliebtheit erfreut. So mussten auch wir uns an diese Aufgabe erst ein wenig herantasten, waren dann aber mit vollem Eifer dabei. Ein großes Dankeschön an alle, die sich an diesem sonnigen und warmen Tag nicht gescheut haben sich an den heißen Grill zu stellen, um diese Arbeit zu übernehmen.

 

In großen Schritten ging es dann auf unser Löricker Schützenfest zu. Zum Auftakt hieß es wie immer: schmücken der Straßen sowie der Residenzen vom Hauptmann, Wachlokal und „last but not least“ des Kompaniekönigs. Wer unsere Gesellschaft schon ein wenig kennt, der weiß, dass wir gerne bei diversen Gelegenheiten vom sonst üblichen Schützen-Protokoll abweichen. Das gilt beispielsweise auch für die Krönungszeremonie unserer Kompaniekönige. Diese spielt sich meist in unkomplizierter aber trotzdem nicht minder herzlichen Art und Weise, im Kreise der Kompanie ab. So fand die Krönung von Norbert und Angelika auch diesmal wieder in geselliger Runde nach dem Schmücken der Königsresidenz, in deren Domizil statt. Die Zeremonie selbst wurde natürlich wie immer von unserem Hauptmann Christoph Nitsche in seiner gewohnt lockeren und humorvollen Art vorgenommen. Verabschieden mussten wir dabei das scheidende Königspaar Michael Steinke mit seiner Gefion, die ihr Königsjahr mehr als vorbildlich absolviert hatten. Hierfür gilt den beiden, auch von dieser Stelle, nochmals ein herzliches Dankeschön! Nun konnten die Kirmestage – auch für uns - so richtig beginnen.

 

Das Schützenfest war für unsere Truppe wieder eine runde Sache. Besonders der gute Zusammenhalt während der Kirmestage, die positive Stimmung und die gute Disziplin beim Antreten aber auch beim Marschieren, waren wieder ein Zeichen dafür, dass wir bei den Schützenfreunden gut aufgehoben sind. Selten zuvor hat man so viele Schützenfreunde zu derart vorgerückter Stunde noch an den Kompanietischen im Zelt gesehen. Dies zeigt wohl, dass die Stimmung im Zelt gestimmt hat. Daran hatte sicher auch unser DJ Michael seinen Anteil. Denn mittlerweile kommt nicht nur seit einigen Jahren der Regiments-Arzt, sondern auch der Regiments-DJ aus unseren Reihen. Der Ablauf des Schützenfestes ähnelt in weiten Teilen sicher dem der anderen Kompanien. So möchte ich hier nur auf die Punkte eingehen, die für uns immer ein Highlight abseits des offiziellen Kirmesprogrammes darstellen. Nach einem ausgedehnten Frühschoppen im Anschluss an die Sonntags-Messe im Festzelt braucht der Schütze bekanntlich dringend eine kräftige Mahlzeit. Dies hat sich unsere liebe Ex-Königin Gefion zu Herzen genommen und uns nun schon zum zweiten Mal zum Mittagessen auf ihre bereits zuvor erwähnte Terrasse eingeladen. Diese verwandelt sich dann in eine wahre „Chill-Out-Zone“, die der ein oder andere Kamerad - nach reichlich leckerem Gulasch mit Nudeln - auch gerne mal für ein kurzes regeneratives Nickerchen nutzt. Im wahrsten Sinne des Wortes „traumhaft“!

 

So gestärkt konnte der sonntägliche Festumzug kommen. Doch kurz vor der Parade auf der Löricker Straße, die Knochen sind schwer, die Füße schmerzen, der ganze Körper schreit nach einer Pause, erscheint ein Licht am Ende des Tunnels. Es kommt vom Kaarster Weg, wo unsere liebe Gisela Schumacher seit vielen Jahren unserem „Wachlokal“ in ihrer Garage eine Heimat gibt. In dieser kleinen Oase schöpfen wir die letzte Kraft, um die darauf folgende Parade zu meistern und den Weg ins Zelt zurückzufinden.

 

Der Abend im Zelt war wieder lang, die Nacht erschreckend kurz. Dennoch heißt es am nächsten Morgen zeitig aufstehen, denn der sogenannte „Vitaminstoß“ steht auf unserem Marschbefehl. Der Name hält was er verspricht. Nicht etwa alkoholische Getränke stehen parat, sondern O-Saft, Kaffee und belegte Brötchen. Genau die richtige Kombination, um die an diesem Tage meist etwas angeschlagene körperliche Verfassung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Lediglich unser legendäre und viel zu früh verstorbene Freund und Kamerad Rolf Achterfeld durfte sich in früheren Zeiten zum Dank für eine seiner beliebten Eiswasser-Kopfmassagen schon mal ein „Frühstücks-Weinchen“ gönnen. Der „Vitaminstoß“ hat in unserer Kompanie eine lange Tradition. Er wurde über viele Jahre von unserem ebenso unvergessenen Kameraden Rudi Winter durchgeführt. Seit einigen Jahren stellt nun unser Wolfram Maaßen mit seiner Martina seinen Garten für diesen lieb gewonnenen Programmpunkt zur Verfügung. Nicht selten kommen dabei einige der lustigsten Momente des gesamten Schützenfestes zustande. So war es auch diesmal wieder ein ausgesprochen heiterer Start in den harten „Kampftag“ des Kirmes-Montag.

 

Während die Männer am Nachmittag beim Schießen um Preise, Orden und vielleicht sogar Königswürden kämpften, trafen sich unsere Frauen zum Damenkaffee. Dieser wird regelmäßig von der Kompaniekönigin des Vorjahres gegeben. Somit hatte diesmal Gefion auch hierbei wieder das große Los gezogen. Über Details von dieser Veranstaltung kann ich leider nichts berichten, da bis dato noch nie ein männliches Mitglied dieser konspirativen Sitzung der Damen beiwohnen durfte. Ob die Phantasie eines Mannes ausreicht sich vorstellen zu können, über was dabei so alles gesprochen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber wie heißt es bekanntlich: MANN muss ja nicht immer alles wissen . . . !

 

Der Dienstagabend war in den vergangenen Jahren stets fest für Heinz Jürgens und seine Frau Ulla reserviert, die uns zum Grillausklang in ihren Garten einluden. Nun, nach dem Tod von Heinz, ist unsere liebe Monika Winter in die Bresche gesprungen und lässt diese schöne Tradition in ihrem Garten weiter bestehen. So konnten wir auch hier einen gemütlichen Ausklang des diesjährigen Schützenfestes begehen.

 

Allen zuvor genannten Personen, die uns über die Kirmestage so wunderbar mit Speis und Trank sowie Unterkunft versorgt haben, nochmal ein ganz großes und herzliches Dankeschön dafür!

 

Das Schützenfest lag nun hinter uns. Bis wir danach wieder in größerer Runde zusammenkommen, dauert es meist bis zum Herbst. Bei der Kompanieversammlung im September ließen wir dann mit etwas Abstand alles nochmal Revue passieren. Erfreulich war auch, dass wir mit Joachim Wolf wieder ein junges Aktives Mitglied in unsere Reihen aufnehmen konnten. Er hatte sich ja beim Löricker Dorffest und natürlich auch beim vorangegangenen Schützenfest bereits seine ersten Sporen als Schütze verdient und so hießen wir ihn nun, nach dieser erfolgreich absolvierten „Probezeit“, auch offiziell herzlich bei den Löricker Schützenfreunden willkommen.

 

Nachdem wir im letzten Jahr bereits unseren Hauptmann Christoph Nitsche erneut in seinem Amt bestätigt hatten, standen im November bei uns die Neuwahlen des restlichen Kompanievorstandes an. Trotz seiner anfänglich bereits erwähnten Auslandstätigkeit, mochten wir unseren Oberleutnant Michael Wagner nicht vorzeitig „in Rente“ schicken und haben ihn daher gleich für weitere 3 Jahre gewählt. Auch der restliche Vorstand wurde in seinen Ämtern bestätigt. So können wir mit einer erfahrenen Führungsriege die Planungen zum 40–jährigen Bestehen der Löricker Schützenfreunde, welches wir im Jahr 2013 feiern werden, in Angriff nehmen.

 

Am 12. Dezember stand die gemeinsame Jahresabschlussfeier auf dem Plan. Die Veranstaltung fand diesmal im „Alten Brauhaus Oberkassel“ statt. Der Abend begann mit einem Bummel über den

 

Oberkasseler Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft zum Belsenplatz Station gemacht hatte. Bei Glühwein und kleinen Knabbereien stellte sich auch schnell die passende Adventsstimmung ein. Die Beteiligung war so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Besonders gefreut hat uns ein hoher Überraschungsbesuch: das amtierende Regimentskönigspaar Thomas Köhler mit seiner Königin Wiltrud Eisheuer. Gemeinsam verbrachten wir einen schönen Abend im Kreise unserer Gemeinschaft. Auch dieser Event verlangte nach Meinung aller Beteiligten dringend nach einer Wiederholung im kommenden Jahr.

 

Das Jahr 2011 ist nun schon wieder einige Monate alt. Hinter uns liegt bereits das alljährliche Titularfest. Hier wurde in diesem Jahr unser Kamerad und amtierende Kompaniekönig Norbert Mischke für seine 25-jährige Zugehörigkeit zur Löricker Bruderschaft geehrt (wie war das noch mit dem an der Uhr

drehen . . .?). Hierzu auch nochmal von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch!

 

So langsam neigt sich mein Bericht dem Ende entgegen. Wie man sieht, es gibt doch immer viel zu Erzählen, und man hätte sicher hier und da noch weiter ausholen können. Doch für dieses Mal soll‘s genug sein. Bis zum Schützenfest, und damit dem Erscheinen unseres Festbuches, werden wir wieder einen neuen Kompaniekönig haben, ein gemeinsames Dorffest gefeiert und sicher wieder viele neue, hoffentlich schöne Dinge erlebt haben. Davon dann mehr im nächsten Jahr, denn:

 

heute ist nicht alle Tage, ich komm‘ wieder – keine Frage!

 

Wir wünschen allen Schützen, Löricker Bürgern sowie allen Besuchern eine schöne Zeit auf der Löricker Kirmes und dass wir uns dort alle gesund und munter wiedersehen werden!

 

Mit freundlichem Schützengruß

 

Ihre Löricker Schützenfreunde“

 

Jörg Nitsche

- 1. Schriftführer -

 
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