Husarenschwadron Fidele Löricker 1976

Im vergangenen Jahr konnten wir unser 40-jähriges Jubiläum feiern und viele unserer Aktivitäten standen daher auch in mittelbarem oder unmittelbarem Zusammenhang mit diesem besonderen Jubliäum.

Wir hatten uns bereits seit einiger Zeit damit beschäftigt wie und ob wir unser Jubiläum feiern wollen. Nachdem für uns aber feststand, dass wir unser Jubiläumsjahr zünftig und umfangreich feiern wollen, begannen wir mit den Vorbereitungen. Trotzdem musste, wie das bei solchen Veranstaltungen wohl immer so ist, laufend improvisiert werden. Rückblickend war es ein sehr schönes Jubiläumsjahr, obwohl es vielen Kameraden eine Menge Einsatz und Energie gekostet hat. Letztendlich konnte es nur gelingen, weil sich alle Kameraden einbrachten.

Los ging es mit unserem Jubiläumsball, der in der großen Halle auf dem Kräuterhof Adams stattfand. Das war keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, dass wir für das Auf und Ausräumen der Halle, das Schmücken und den Aufbau sowie des Abbaus über eine Woche Zeit veranschlagt hatten und diese auch benötigten. Nach dem Einrichten und Schmücken der Halle, am Abend vor unserem Jubiläumsball, waren wir von unserem amtierenden Regimentskönigspaar Ulrike Linz und Franz-Peter Meuser zu einem Königsabend eingeladen und konnten uns so auf den Ball einstimmen. Auch der am folgenden Abend stattfindende Jubiläumsball der Fidelen war ein voller Erfolg. Die Stimmung in der Halle war spitze und wurde auch nicht durch diverse Gastauftritte getrübt – vermutlich sogar noch gesteigert.

Es war schon traurig, als wir uns am nächsten Morgen trafen, um die Halle wieder in den ursprünglichen Zustand zu verwandeln, da der erste Höhepunkt so schnell vorbei war. Vielen Dank an alle Organisatoren und vor allem an Familie Adams.

Natürlich haben wir in unserem Jubiläumsjahr auch ein Kompanieschießen durchgeführt, schließlich galt es einen Jubiläumskönig zu küren. Wegen der Vielzahl der Termine hatten wir uns aber dafür entschieden, nicht auf Kompanietour zu fahren sondern in Düsseldorf zu bleiben. Unseren Kompaniekönig haben wir daher in Holthausen ausgeschossen und konnten mit der Straßenbahn (Preisstufe A) anreisen. Der Service und die Betreuung vor Ort waren super, wir hatten sehr schönes Wetter und daher war auch das Schießen eine fröhliche Veranstaltung. Spannend war natürlich auch das Schießen auf die traditionell feste und hartnäckige Königsplatte. Hier waren viele Durchgänge nötig, bis die Platte endlich abschussbereit war und sich dann doch herauskristallisierte, wer ernsthafter Anwärter auf die Königswürde war. Schließlich gehört aber nicht nur das Können dazu sondern auch eine gehörige Portion Glück und dieses Glück hatte unser Gründungsmitglied Gerald Becker. Er war beim dieser Veranstaltung ohnehin in Topform und so war es dann wohl kein Zufall, dass er die Königsplatte zum Fallen brachte. Seine Königin Uschi schien zunächst noch nicht wirklich von diesem Glücksfall überzeugt gewesen zu sein aber spätestens mit dem Moment der Krönung, sah man eine strahlende Königin und auch im Laufe des Jahres, merkte man ihr an, dass sie die Rolle als Königin mit Spaß und Leidenschaft ausfüllte. Beide haben uns und ich hoffe auch sich damit große Freude gemacht. Zudem haben die beiden auch schon reichlich Königserfahrung. Die Kompaniekönigswürde haben sie bereits mehrmals errungen, darunter auch anläßlich unseres 25-jährigen Bestehens und zu unserem 1. öffentlich gefeierten Jubiläum, dem 10.-jährigen – vor 30 Jahren – waren die beiden Regimentskönigspaar. Danken möchte ich aber an dieser Stelle auch dem Königspaar des Jahres 2015/2016. Anja und Bernd Litges, die jetzt das Königssilber und das Diadem abgeben mussten, hatten die Kompanie würdig vertreten. Erwähnen möchte an dieser Stelle auch, dass unser Kamerad Alexander Linde beim Schießen sowohl die Ehrenscheibe als auch den Pokal als bester Schütze mit nach Hause nehmen konnte. Ich vermute, dass Alexander den Pokal und die Scheibe im Handgepäck mit nach Australien genommen hat.

Ich muss zugeben, dass wir vor dem nächsten großen Ereignis doch etwas mehr Respekt hatten. Als Jubiläumskompanie darf man auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko das Dorffest durchführen. Nach wirklich längerer und teils auch kontroverser Diskussion haben wir uns mit großer Mehrheit dafür entschieden, diese Möglichkeit, die durch den Hauptverein geboten wird, zu nutzen. Natürlich war allen klar, dass eine solche Veranstaltung auch Risiken birgt, da der Erfolg ja zum Beispiel auch vom Wetter abhängt, dass sich nicht beeinflussen lässt.

Vor allem befürchteten wir aber, dass wir uns mit der Organisation und der Durchführung des Dorffestes übernehmen könnten. Letztendlich erwiesen sich diese Befürchtungen aber alle als unbegründet. Zunächst hatten wir Glück mit dem Wetter und dann mit unserer Kompanie. Alle Kameraden waren im Einsatz und auch innerhalb unserer Gemeinschaft war trotz der Vollbeschäftigung an diesem Tag eine tolle Stimmung. Zudem erhielten wir tatkräftige Unterstützung durch die Kompaniedamen, meinen Partner und Astrid Preker, der Mutter von Sonja Wendel. Dass unser Dorffest eine gelungene und trotz der Arbeit auch harmonische Veranstaltung war, macht uns schon ein bißchen stolz.

Gelungen ist auch die Festzeitschrift zu unserem 40.-jährigen Jubiläum. Hier möchte ich insbesondere den Hauptinitiator und Verantwortlichen Thomas Hummelsbeck erwähnen sowie Hans-Werner Tups, der mit vielen Textbeiträgen dazu beigetragen hat. Ich blättere gern in der dieser Festzeitschrift, die Erinnerungen an die 40 Jahre Kompaniegeschichte wachruft.

Die Ereignisse blieben weiter spannend, denn es stand das Löricker Schützenfest bevor. Auch hier war wieder körperlicher Einsatz gefordert, denn es galt die Königsresidenzen im Dorf herzurichten. Der Regimentskönig Franz-Peter Meuser mit seiner Königin Ulrike Linz baute seine Residenz an Ort und Stelle seines Geburtshauses und gerade vis-a-vis wurde die Residenz des Jungschützenkönigspaares Martin Weis mit seiner Königin Danielle Schauf errichtet. So trafen wir uns vor Kirmesbeginn wieder täglich zu Vorbereitungen auf dem Meuserhof um dann auch rechtzeitig zum Auftakt mit den Residenzen fertig zu sein. Mit dem Ergebnis waren wir mehr als zufrieden, denn die Residenzen konnten sich sehen lassen. Der Kirmesauftakt am Donnerstag findet traditionell auf dem Meuserhof statt, wo wir das Schmücken zünftig mit Würstchen, Kartoffelsalat, Brötchen und einem Feuerwerk ausklingen ließen.

Am Freitag ist man dann in Uniform am Festzelt wieder schnell in richtiger Schützenfestlaune. Für die meisten von uns war dieses Abend dann auch noch ziemlich entspannend und so konnten wir das Bühnenprogramm genießen.

Am Samstag treffen wir uns bereits um 11.30 Uhr zum Mittagessen bei Kenny’s, was für viele Teilnehmer wohl eher das Frühstück war – wobei, man soll ja nicht von sich auf andere schließen.

Jedenfalls blieb uns nicht allzu viel Zeit, denn bereits um 14.00 Uhr war Antreten am Festzelt und da die Börker Rebellen und die Steile Brise unsere Gäste waren, war es natürlich auch für uns Ehrensache pünktlich am Start zu sein. Nach dem Festzug, der am Samstag ja durch Ober- und Niederlörick zieht, ließen wir den Abend im Festzelt gemütlich ausklingen.

Für uns als Jubiläumskompanie war natürlich auch der Sonntag ein Höhepunkt. Wir hatten weitere Gäste eingeladen und stellten ein eigenes Bataillon. Aus Büderich waren diesmal die Eintracht, der Jägerzug Waidmannsheil und die Gesellschaft Jägerlust 1900, aus Osterrath die Rebellen und aus Niederkassel das Reitercorps dabei. Dank der wirklich super Musik, die unser Kamerad Paul Pommerening organisiert hatte, war es eine phantastische Sache. Das Wetter spielte auch mit und so boten wir unseren Königspaaren eine prachtvolle Parade. Am Abend war dann für die Majestäten alles vorbei. Unserem Regimentskönigspaar Franz-Peter Meuser und seiner Königin Ulrike Linz wurden nach einem phantastischen Königsjahr das Königssilber und das Diadem abge-nommen. Ulrike, die nur einigen in der Kompanie bis dahin näher bekannt war, hat in ihrem Jahr als Königin die Fidelen von sich überzeugt. Auch wir haben offensichtlich Eindruck gemacht, denn sie wurde passives Mitglied der Kompanie und somit bleibt sie uns und wir ihr erhalten.

Auch das Jungschützenkönigspaar Martin Weis und Danielle Schauf mussten nach einem tollen Königsjahr die Insignien ihrer Ämter abgeben. Den Platz oben auf dem Thron müssen sie allerdings nicht aufgeben. Eigentlich ändert sich für die beiden nur die Aussicht.
Schließlich musste auch die jüngste der Majestäten, nämlich unsere Pagenkönigin Leona Wendel, Platz machen, damit ein anderer dieses Amt übernehmen kann. Leona Wendel ist zwar Mitglied der Löricker Mädels aber ein etwas Besitzanspruch dürfen wir in unserem Jubiläumsjahr schon noch geltend machen, so dass das „unsere Pagenkönigin“ gerechtfertigt scheint. Erfreulich ist, dass mit Simon Litges erneut ein Sprössling der Fidelen das Amt des Pagenkönigs übernehmen konnte.

40 Jahre Fidele Löricker. Als wir uns so über unsere Gründung Gedanken machten, fielen uns schnell zwei Vorstandsmitglieder ein, die uns – neben vielen anderen Kameraden – bei der Gründung unterstützten. Der damalige 1. Chef Jupp Dahmen und der 2. Chef Willi Speit. Kurzerhand ernannten wir die beiden zu unseren Ehrenmitgliedern. Leider hatten die beiden bisher noch keine Zeit, Maß für die Husarenuniform zu nehmen.

Den Kirmesmontag konnten wir dann ohne große weitere Verpflichtungen in vollen Zügen genießen. Am Dienstag trafen wir uns zu einem gemütlichen Ausklang bei unserem Oberleutnant Michael Janz, zu dem ich jetzt noch ein Worte ergänzen möchte. Micha war erst im Januar zu unserem Oberleutnant gewählt worden. Gleich in seinem ersten Jahr musste er den Hauptmann vertreten, der als Regimentskönig andere Pflichten hatte. Micha trotz der besonderen Herausforderungen mit unseren Gastkompanien, den Überraschungen und Präsenten super hinbekommen. Ob er sich allerdings eine baldige Wiederholung eines solchen Jubiläumsjahres wünscht, kann ich nicht beurteilen. Im Oktober trafen wir uns um unserer verstorbenen Kameraden Markus Tups und Hans-Josef Dietz zu Gedenken. Hans-Josef der uns ja während der Vorbereitungen auf unser Jubiläumsjahr verlassen hat, hätte das runde Jubiläumsjahr sicher auch gefallen.
Statt der ausgefallenen Kompanietour verbrachten wir mit unseren Damen ein Advents-Wochenende in Osnabrück und besuchten den Weihnachtsmarkt. Der Dom, die Altstadt, die Kneipen und auch die Restaurants dort sind einen Besuch wert. Ohne Werbung für die Stadt machen zu wollen, kann Osnabrück wärmstens empfehlen. Natürlich liegt meine Begeisterung auch daran, dass diese Tour von unserem Kameraden Thomas Hummelsbeck super vorbereitet war.

Die letzte Veranstaltung des Jahres 2016 war die Nikolausfeier. Traditionell werden von unserem kompanieeigenen Heiligen Nikolaus Geschenke an die Kinder verteilt.

Auch in diesem Zusammenhang ist im Jahr 2016 einiges passiert. Sowohl unser Kamerad Markus Dietz mit seiner Daniela als auch unser Kamerad Christoph Nakaten mit seiner Michaela haben im Jahr 2016 für Nachwuchs gesorgt. Wie man sieht kann die Geschichte der Fidelen Löricker weitergehen. Im Juli feierten wir gemeinsam den Polterabend von Michaela Adams und Lars Seibert. Lars hatte an der Organisation und vor allem der Arbeitsteilung auf unserem Dorffest maßgeblich Anteil und damit dazu beigetragen, dass das Fest auch für uns harmonisch und erfolgreich ablaufen konnte. Leider habe sich unsere Wege wieder getrennt.

Nach 40 Jahren darf sich der Vorstand schon mal Gedanken über einen Wechsel machen. Mit Michael Janz als Oberleutnant ist da schon mal ein erfolgreicher Anfang gemacht. Den Kassierer Bernd Litges unterstützt seit Januar Markus Dietz, der außerdem zu unserem 1. Schießmeister gewählt wurde. Auch bei den Schriftführern hat ein Wechsel stattgefunden. Stephan Kundt wurde zum neuen Schriftführer gewählt und löst mich ab. Daher ist dies vermutlich der letzte Kompaniebericht, den ich schreibe.

So wünsche ich denn im Namen der Fidelen Löricker allen Schützen, ihren Familien, Freunden und Bekannten und allen Besuchern ein schönes, sonniges, harmonisches Schützenfest 2017.

Lothar Tups

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