Liebe Löricker Schützen,
ich gratuliere von Herzen der gesamten Schützenbruderschaft zum 150-jährigen Jubiläum. Ihr werdet sicherlich mit Lobesreden von allen Seiten überschüttet werden. Ich möchte mich an dieser Stelle auf eine Kernaussage reduzieren, nämlich: ohne Schützen wäre Lörick ärmer!! Insofern herzlichen Dank für Euer vielfältiges Engagement. Ich wünsche viele tolle Feiern und zum Abschluss der ereignisreichen Wochen „eine friedliche und sonnige Löricker Wies`n“.
Dafür, dass unser liebenswertes Löricker Umfeld möglichst erhalten bleibt, setzt sich auch schon seit 65 Jahren der Löricker Bürgerverein ein. Über unsere Bemühungen im Jahr 2018 gibt der nachstehende Tätigkeitsbericht Auskunft.

 

Tätigkeitsbericht des Vorstandes 2018

Auch im Berichtsjahr beherrschten die großen Löricker Themen wie U81, Löricker Karree, die Flüchtlingssiedlung und eine eventuelle Wohnbebauung am Seestern weiterhin das Geschehen. Insbesondere unsere neuen Mitglieder möchten wir auf unsere früheren Schilderungen zu diesen Vorgängen in unseren Tätigkeitsberichten 2016 und 2017 verweisen. Diese, sowie die entsprechenden Zeitungsberichte kann man nach wie vor auf unserer Homepage unter der Rubrik „Aktuelle Nachrichten“ aufrufen. Über die neusten Entwicklungen bei diesen Projekten, sowie den aktuellen Geschehen in unserem Verein möchten wir Sie heute wie folgt informieren:

 

Personelles/Mitgliederzahl

Auf der letzten JHV standen gleich 5 Vorstandsmitglieder und 4 Beisitzer zur Wahl bzw. Wiederwahl an. Ein zeitraubender Vorgang, galt es doch die strengen Regularien der Wahlordnung, die Bestandteil der Satzung unseres Vereins sind, einzuhalten. Aber es hat sich gelohnt, am Ende des Tages waren die in unserer Einladung vorgeschlagenen Kandidaten gewählt und dadurch eine reibungslose Fortführung der erfolgreichen Vorstandsarbeit der letzten Jahre gewährleistet. Mit diesen Personalveränderungen ist uns im Übrigen auch eine weitere Verjüngung des Vorstandes gelungen. Bleibt noch zu berichten, dass die Mitgliederzahl weiter auf 393 gestiegen ist, obwohl wir in diesem Jahr 15 Mitglieder aus den verschiedensten Gründen, überwiegend handelte es sich leider um Todesfälle, verloren haben. Dem standen immerhin 21 Neuanmeldungen gegenüber, so dass wir im Sommer 2018 bereits die 400er Marke übersprungen hatten. Mit etwas Glück und hoffentlich auch mit Ihrer Unterstützung, können wir aber vielleicht in diesem Jahr diese Marke endgültig überwinden.

 

Kuturelles/Tradtionelles

Der nach wie vor beliebte Heimatabend zum Auftakt des Löricker Schützenfestes wurde von uns wie schon in den Vorjahren wieder mit € 650,- unterstützt. Anstelle des klassischen Herbstkonzertes haben wir uns erneut auf Neuland begeben und im Theatersaal von Haus Lörick ein anspruchsvolles Konzert mit dem Löricker Chor Cantus Benediktus, unter der Leitung von Peter Zimmer organisiert. Das St. Martinsfest verlief Dank der bewährten vorbildlichen Zusammenarbeit – auch darüber hatten wir in der Vergangenheit schon mehrmals ausführlich berichtet – vieler engagierter Löricker Helfer, wieder reibungslos.
Dabei möchten wir die Löricker Schützen hervorheben, die bekanntlich neben vielen anderen, auch den St. Martin und den Bettler stellen und somit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leisten. Wie schon in den vergangenen Jahren haben wir für alle Helfer erneut einen Dankeschön Nachmittag im Pfarrsaal der kath. Kirche ausgerichtet, wobei uns hierbei die Pfadfinder bei der Kinderbetreuung unterstützt haben. Auch dafür herzlichen Dank.

 

Soziales

Die für das Gemeinwohl tätigen Löricker Einrichtungen haben wir auch in diesem Jahr mit insgesamt € 6030,- bedacht. Dazu zählen die Grundschule, die Seniorenclubs der katholischen und evangelischen Kirche, die drei öffentlichen Kindergärten, die Pfadfinder und die Bücherei der kath. Kirche, die selbstverständlich allen Löricker Bürgern offensteht. Durch diese Zahlungen erhöht sich die Gesamtsumme, die wir in den letzten 8 Jahren für die vorerwähnten Einrichtungen, aber auch für verschiedene Projekte in Lörick, wie z.B. Bänke, Bäume und eine wetterfeste Tischtennisplatte zur Verfügung stellen konnten, mittlerweile auf 39.750 Euro. Dieses schöne Ergebnis bzw. diese sinnvollen Investitionen waren nur möglich durch Ihre Mitgliedsbeiträge, den teilweise weit darüber hinaus gehenden Spenden, sowie zweckgebundenen Subventionen der Stadtsparkasse. Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die in all den Jahren mit Ihren Spenden zu diesem Erfolg beigetragen haben.

 

Weitere Aktivitäten in 2018

Entgegen früheren Ankündigungen gibt es bisher noch keine weiteren Neuigkeiten zur geplanten Rheinquerung im Rahmen der Gesamtplanung U81. Der Düsseldorfer Rat hat allerdings am 31.01.2019 denkbar knapp, aber letztendlich erwartungsgemäß grünes Licht gegeben für den Bau des 1. Teilabschnittes zwischen Heinrich Heine Allee über den Freiligrathplatz bis zum Flughafen. Langjährige Beobachter in Lohausen und in Lörick machen die Begleitumstände bzw. die Argumentation der Politiker zu diesem Mammutobjekt weiterhin fassungslos. So werden jetzt die Baukosten für den 1. Teilabschnitt auf 230 Mio. veranschlagt, während man bei der Verabschiedung des Bedarfsbeschlusses im Jahr 2013 noch von 154 Mio. ausgegangen ist. Das sind mal eben 76 Mio. oder fast 50% mehr, die man klaglos hinnimmt, während überhaupt nicht erkennbar ist, wodurch auf der Nutzenseite Mehreinnahmen generiert werden sollen, die diese Kostensteigerungen kompensieren können. Dennoch, auch wenn man es kaum glauben kann, ist der neu errechnete offizielle Wirtschaftlichkeitsfaktor von bisher 1,38 lediglich auf 1,05 gefallen und daher das Gesamtprojekt weiterhin zu ca. 90% durch Bund und Land förderungsfähig. Nur bei Werten unter 1,0 wäre eine Förderung nicht mehr möglich. Selbst im Düsseldorfer Rat gab es an dieser Stelle nachvollziehbar erregte Zwischenrufe. Die wurden von der Regierungsbank natürlich postwendend zurückgewiesen. Keine Manipulation, ein Schelm, der sich Böses dabei denkt … . Schwer verständlich ist auch, wenn neuerdings von einigen selbsternannten Verkehrsexperten aus der Politik auf die Neubaugebiete links und rechts des Böhler Weges hingewiesen wird, die dringend an den ÖPNV angeschlossen werden müssen. Das ist ja unbestritten, nur wird dabei verschwiegen, dass diese Wohnungen nur ca. 500 m von der Haltestelle Schleife 17 der segensreichen Linie 76 entfernt liegen und mit dieser Bahn innerhalb von 15 Minuten bequem die Innenstadt erreicht werden kann. Auch diese Neubürger werden im normalen Alltag wohl kaum in nennenswerter Anzahl über die geplante neue Rheinbrücke in Lörick (Baukosten dieses 2. Teilabschnittes weitere ca. 310 Mio.) zum Rheinstadium und zum Flughafen fahren wollen und auch die Messe scheidet durch das veränderte Kundenverhalten und den vielen rechtsrheinischen Hotelneubauten als Begründung inzwischen weitestgehend aus.

Anfang Juni hatte das Planungsamt die Anwohner, die Seesterninitiative und den Löricker Bürgerverein zum Workshop Zukunftsperspektive Seesternquartier eingeladen. In den Jahren davor, hatte es hinter vorgehaltener Hand von Insidern wiederholt Warnungen gegeben, vor einer drohenden Bebauung mit Hochhäusern auf den verbliebenden Flächen in Lörick. Diese Befürchtungen, schließlich weiß man ja von den ehrgeizigen Wohnungsbauplänen des Düsseldorfer Oberbürgermeisters, konnten zumindest relativiert werden. Fakt ist, dass anstelle des angedachten 111m hohen „Maiskolbens“ nunmehr ein Wohnhaus in der Form eines „Bumerangs“ geplant ist, dessen Höhe mit ca. 60m zumindest nicht die Höhe des benachbarten „Withe Max“ überragen wird. Hinzu kommt aktuell ein Bauprojekt am Niederkasseler Lohweg mit 18 Wohngeschossen, die auf einen zweigeschossigen Gewerbesockel stehen sollen. Hierrüber wurde im Herbst in der Presse ausgiebig berichtet, zumal es auch hier wegen der Höhe des Gebäudes, vereinzelte Anwohnerproteste gegeben hat. Hinzu kommen am Seestern selbst, möglicherweise noch zwei größere, bisher unbebaute Areale, für die schon seit Jahren Baurecht für Bürogebäude existiert. Sollten sich hierfür nun Investoren für eine weitere Wohnbebauung finden, müsste das Baurecht geändert werden, wozu im Moment der politische Wille vorhanden wäre. Auch wenn die Planer guten Willens sind, die Voraussetzungen für eine notwendige soziale Infrastruktur vor Ort zu schaffen, muss die Frage erlaubt sein, ob der Seestern mit seiner weitestgehend seelenlosen Bürolandschaft für eine massive Wohnbebauung überhaupt geeignet ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Ausweisung von Einzelhandelsflächen und Kitas allein nicht reicht, denn die netten Lebensmittelhändler von nebenan gibt es leider nicht mehr und die qualifizierten Betreuer für die Kleinen fallen auch nicht von den Bäumen. Die vielzitierten Bistros ersetzen darüber hinaus auch keine vernünftige Nahversorgung. Schwerwiegend kommt in diesem Fall hinzu, der unvermeidbare Lärm durch den Sportbetrieb der traditionsreichen Sportvereine am Seestern, wie TGL und DHC – dort spielt man auf Bundesliganiveau – der kaum in Einklang gebracht werden kann, mit einer Wohnbebauung. Dort wären die Konflikte vorprogrammiert.

Bezüglich des Fortgangs der Planungen zum Bau des neuen Löricker Karrees – viele Löricker zweifeln ja inzwischen ob der überhaupt noch realisiert wird –, hat die Projektleiterin des Investors EGCP Frau Dr. Grumme auf unserer letzten JHV bestehende Zweifel weitestgehend ausräumen können, aber ein Baubeginn ist immer noch nicht in Sicht. Man muss natürlich berücksichtigen, dass es sich hier nicht nur um einen normalen Bauantrag handelt, sondern auch der sogenannte B-Plan für das betroffene Areal muss geändert werden, wozu weitere bürokratische Hürden genommen werden müssen. Immerhin scheint aber der Bauantrag nach einigen Korrekturen durch die involvierten Ämter genehmigt worden zu sein, denn für die nächsten Wochen ist vom zuständigen Planungsamt die finale Bürgeranhörung geplant, nachdem die vorläufige Anhörung bereits im Oktober 2016 stattgefunden hat.

Abschließend möchten wir wie schon im Vorjahr an Sie appellieren: Nehmen Sie regen Anteil an den Bürgerbeteiligungen, denn nur so haben wir eine Chance, Einfluss zu nehmen auf die verschiedenen Bauvorhaben mit dem Ziel, unser bisher so beschauliches und lebenswertes Lörick vor Fehlentwicklungen zu bewahren. Wenn Sie dann noch aus Ihrem persönlichen Umfeld ein neues Mitglied werben könnten, wäre das auch sehr hilfreich. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Horst Seidenberg
1. Vorsitzender BV-Düsseldorf-Lörick

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